RatgeberTeil 2: Vor der Reise
Kapitel 9 · 4 Min. Lesezeit

Wie bezahle ich auf dem Schiff und in den Häfen?

Braucht man Bargeld auf einem Kreuzfahrtschiff?

Kurze Antwort

An Bord brauchst du kein Bargeld — das Schiff läuft komplett über ein internes Bordkonto-System.

Jede Ausgabe an Bord — ob Getränk, Massage, Souvenirkauf oder Restaurantbesuch — läuft über deine Bordkarte. Die Bordkarte ist gleichzeitig dein Schlüssel für die Kabine und dein Zahlungsmittel. Bargeld wird an Bord in der Regel nicht akzeptiert, EC-Karte und Kreditkarte auch nicht direkt — alles läuft über das Konto.

Für Landgänge an den Häfen sieht das anders aus. Sobald du das Schiff verlässt, bist du in der echten Welt — und dort braucht man echtes Geld oder eine Karte.

Ohne Bargeld an Bord ist es eigentlich ziemlich gut. Wir zahlen sowieso überall mit Karte — da macht es keinen großen Unterschied. Kein dickes Portemonnaie, einfach Bordkarte und Handy und man hat alles dabei. Der einzige Punkt: Das Budget kann aus dem Blick geraten wenn alles so reibungslos läuft. Aber man kann die Ausgaben jederzeit im TV oder in der App checken — das reicht völlig.

Wie funktioniert das Bordkonto auf einer Kreuzfahrt?

Vorab hinterlegst du in der App eine Kreditkarte. Diese wird mit deinem Bordkonto verknüpft. Alles was du an Bord ausgibst — vom ersten Kaffee bis zur letzten Massage — wird auf diesem Konto gesammelt und erst am Ende der Reise (nach der Ausschiffung) von der Karte abgebucht.

Mehrere Personen mit derselben Buchungsnummer können auch eine gemeinsame Kreditkarte hinterlegen — dann läuft alles auf ein Konto und wird am Ende zusammen abgerechnet.

Den aktuellen Kontostand kannst du jederzeit live verfolgen — entweder über die App der Reederei oder direkt über den Fernseher in deiner Kabine. Das ist nützlich um nicht am letzten Reisetag von der Endsumme überrascht zu werden.

Wichtig: Genug Limit einplanen

Da die Kreditkarte erst am Ende der Reise belastet wird, sollte das Kreditlimit der Karte genügend Spielraum haben. Bei einer 2-Wochen-Kreuzfahrt können sich je nach Ausgabeverhalten schnell einige hundert Euro ansammeln — Bordhospital-Rechnung, gebuchte Ausflüge, Shop-Käufe, Getränke.

Was uns am Anfang etwas überrascht hat: Man sieht nicht sofort jede Buchung in der App — manchmal dauert es ein paar Stunden bis alles angezeigt wird. Aber zum Tagesende ist der Überblick meistens aktuell. Wir schauen abends kurz drauf und haben so keine bösen Überraschungen am Ende.

Brauche ich Fremdwährung für Landgänge?

Ja — außerhalb des Schiffs gelten andere Regeln. In EU-Häfen zahlst du mit Euro, in Nicht-EU-Ländern (z. B. Karibik, Türkei, Marokko) brauchst du entweder die lokale Währung oder eine Karte die international funktioniert.

Wichtig: Prüfe vor der Reise die Auslandseinsatzgebühren deiner Kreditkarte. Viele Karten berechnen 1,5 bis 2,5 % auf alle Umsätze in Fremdwährung. Wer viel auf Landgängen unterwegs ist, kann das durch eine gebührenfreie Reisekreditkarte (z. B. von DKB, Barclays oder Revolut) deutlich reduzieren.

An der Rezeption des Schiffes kann man in der Regel auch Geld wechseln — zu moderaten Kursen. Das ist praktisch wenn man kein Bargeld der Zielwährung dabei hat und am nächsten Hafen kurz Bares braucht.

Bei unserer Karibik-Reise wollten wir eigentlich auf dem Schiff Geld wechseln, aber die Schlange war uns zu lang. Also haben wir draußen einen Automaten gesucht — der stand bei einem Kasino in der Nähe des Hafens, was uns ehrlich gesagt nicht ganz seriös vorkam. Weil aber andere Kreuzfahrtgäste dort standen, haben wir es trotzdem versucht. Der Automat hat leider irgendwann den Dienst verweigert. Lieber vorher auf dem Schiff wechseln oder eine gebührenfreie Karte dabeihaben.

Was sollte ich bei meiner Kreditkarte für Kreuzfahrten beachten?

  • Kreditlimit prüfen: Das Bordkonto wird erst am Ende abgebucht — das Limit muss den Gesamtbetrag abdecken können
  • Auslandseinsatzgebühr: Für Landgänge außerhalb der EU eine gebührenfreie Reisekreditkarte nutzen
  • Karte vorab in der Reederei-App hinterlegen: AIDA, Mein Schiff und Co. erlauben das Wochen vor der Reise
  • Backup-Karte: Eine zweite Karte ins Handgepäck — falls die erste gesperrt wird oder verloren geht

An einigen Schiffen gibt es auch die Möglichkeit, das Bordkonto bar zu begleichen — direkt an der Rezeption oder über spezielle Terminals. Das wird aber seltener und ist nicht bei allen Reedereien möglich. Im Zweifelsfall vorher nachfragen.

Wir haben beide Kredit- bzw. Debitkarten ohne Auslandsgebühren — das ist wirklich wichtig, zumindest eine davon sollte man haben. Nach der Reise schauen wir was auf der Bordrechnung steht und was auf den jeweiligen Karten gelandet ist und teilen dann auf. Eine Sache noch: Meine Karte wurde einmal mitten auf der Reise gesperrt — ich benutze sie nicht so regelmäßig, und der Anbieter hat wegen ungewöhnlichem Ausgabeverhalten vorsorglich gesperrt. Deshalb: am besten immer eine zweite Karte dabei haben.

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